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Bogenschießen -Historisch
Bogenschießen -Allgemeines
Bogenschießen -Arten (wird noch korrigiert bzw. überarbeitet und in Kürze bereitgestellt)


Höhlenmalerei

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Der Bogen ist eines der ältesten Werkzeuge in der Menschheitsgeschichte. Funde und Höhlenmalereien sprechen dafür, dass er bereits vor 20.000 Jahren Verwendung fand. Mit einer der ersten Einsatzzwecke war sicherlich die Jagd, da hier auf eine wesentlich größere Distanz das (zum Überleben notwendige) Wild erlegt werden konnte. Auch bot er dem Menschen Schutz vor seinen Fressfeinden (damals befanden wir uns noch nicht an der Spitze der Nahrungskette). Im Laufe der Zeit fand man/frau noch weitere Verwendungen für den Bogen wie z.B. als Werkzeug zum Feuer machen, als Musikinstrument, als Bohrer oder zum drechseln von Holz.


Hercules

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Sultan Murad II

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Neben dem Einsatz des Bogens als Werkzeug und zur Jagd war aber auch bestimmt seine Verwendung als Waffe einer der wichtigsten Gründe für seinen Erfolg. Es gibt eigentlich keine andere Waffe, die solange, eine so wichtige Rolle spielte wie der Bogen und dieses über die unterschiedlichsten Kulturen hinweg. Er fand bei Griechen, Germanen, Assyrern, Skythen, Partern, Hunnen, Sarmaten, Persern, Tartaren, Mongolen und natürlich auch bei den amerikanischen Ureinwohnern seinen Einsatz. Wie Felsmalereien beweisen, fand er bereits vor über 8.000 Jahren seinen Einsatz als Kampfwaffe und war von hier an als Kriegwaffe nicht mehr wegzudenken. Er hat auch, von allen Waffen über den längsten Zeitraum hinweg, die Menschheitsgeschichte am längsten beeinflusst. Dschingis Khan z.B. hätte sein Riesenreich niemals ohne die Überlegenheit seiner Reiterhorden, begründet durch den Einsatz des Bogens, errichten können.

  In sehr vielen Schlachten war der Einsatz der Bogenschützen entscheidend, selbst als Rüstungen ins Spiel kamen war der Bogen noch von größter Wichtigkeit. So war während des hundertjährigen Krieges eine der bedeutendsten Schlachten die von Agincourt im Jahre 1415 (Bild anzeigen). Diese wurde im Wesentlichen nur durch den Einsatz des Bogens gewonnen, um genau zu sein durch den Einsatz des englischen Langbogens. Dieser war zu jener Zeit die geheime „Hightech“-Waffe, welche eine nicht zu unterschätzende Rolle spielte. So wurde gerade in der Schlacht von Agincourt eine scheinbar erschlagende Übermacht von fast 40.000 Mann (!) auf französischer Seite,
Bodkin-Spitze

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von nur 9.000 Engländern (davon 6.000 Bogenschützen) besiegt.Obwohl es zu jener Zeit auch schon die Armbrust gab, war sie dennoch dem Bogen unterlegen. Ein Grund dafür war die wesentlich niedrigere Schussfrequenz, so war die Armbrust in der Lage ca. 1 Pfeil pro Minute zu verschießen (bedingt durch die mühsame Prozedur des Spannens), während der englische Langbogen eine Kadenz von 12 Pfeilen pro Minute hatte. Diese englischen Langbogen hatten ein Zuggewicht von 100 Pfund (!) und verschossen Pfeile mit so genannten Bodkin-Spitzen (siehe Bild rechts) welche absolute „Panzerknacker“ waren. Rüstungen und Kettenhemden wurden durch diese Geschosse durchschlagen und boten somit ihren Trägern keinen wirksamen Schutz mehr.

Der Bogen wurde erst mit der Erfindung und dem Einsatz der Feuerwaffen als Kriegsinstrument abgelöst, im Wesentlichen weil die Schützen schneller mit den neuen Waffen ausgebildet werden konnten und somit billiger und leichter ersetzbar waren(ein guter Bogenschütze braucht in der Regel nun mal ein paar Jahre zur Reife).

In der Moderne hat der Bogen seine Rolle als Kriegswaffe verloren (vielleicht abgesehen von ein paar Stämmen der Ureinwohner von Papua Neuguinea). Er hat seine Bestimmung als Jagd- und im Sportgerät gefunden. Hier haben sich einige (in der Bogenszene sogar berühmte) Zeitgenossen seiner angenommen und ihn in die Neuzeit geführt. Um die Übersichtlichkeit zu gewährleisten sollen hier nur die wichtigsten Protagonisten genannt werden.

Die Brüder Will und Maurice Thompson sind (1865, nach dem amerikanischen Bürgerkrieg) mit dem Bogen der Jagd nachgegangen. Beide waren Söhne eines Plantagenbesitzers und Offiziere im der Armee der Südstaaten gewesen. Da sie nach dem Bürgerkrieg keine Waffen mehr besitzen durften und alle Waffen beschlagnahmt wurden, lehrten sie den Umgang mit dem Bogen von einem alten Mann, der unweit ihres Besitzes in den dortigen Wäldern hauste. Berühmt wurden sie als der eine Bruder (Maurice Thompson) eine Reihe von Erzählungen und Schilderungen in verschiedenen Zeitschriften, später auch als Buch, herausbrachte. Es wurde später ein Klassiker unter den Bogenschützen: „The witchery of archery“ (was übersetzt soviel bedeutend wie „Der Zauber des Bogenschießens“). Diese romantischen und packenden Darstellungen verhalfen der Bogenjagd (im Speziellen) und somit dem Bogensport (im Allgemeinen) auf breiter Front auf Aufmerksamkeit zu stoßen.


Dr. Saxton Pope

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Ishi

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Im Jahre 1911 verhalf der eigentliche Vater des modernen Bogenschießens Dr. Saxton Pope dieses Kind sozusagen aus der Taufe zu heben. Er selbst kam durch Ishi (Bild rechts) mit dem Bogenschießen in Kontakt. Ishi war ein Indianer, dessen ganzer Stamm ausgerottet worden war und der als letzter Überlebender zu Studienzwecken für Völkerkundler herhalten musste. Da Ishi (wie alle Indianer) für Zivilisationskrankheiten sehr anfällig war, wurde Dr. Pope quasi sein Leibarzt. Im Zusammensein mit Ishi lernte Dr. Pope die Lebensweise der Indianer, somit auch ihre Art zu jagen kennen. Auf zahlreichen Jagdausflügen erlernte er die Jagd mit Pfeil und Bogen. Durch seine wissenschaftliche Vorgehensweise betrachtete Dr. Pope auch den Bogen näher und beschloss nicht den indianischen Bogen, sondern den englischen Langbogen zu verwenden. Dieser war dem indianischen Bogen in Schussleistung und Stärke überlegen.

Nach dem Tod von Ishi (traurigerweise starb er dann auch an einer Zivilisationskrankheit) führte er mit einem seiner Freunde (Art Young) verschiedene Jagdreisen durch, u.a. bis nach Alaska. Die Beiden schossen auf diesen Reisen eigentlich jegliche Art von jagdbarem Wild, darunter auch mehrere Grizzlies. Diese Reisen und seine Erfahrungen auf der Jagd mit Pfeil und Bogen fasste Dr. Pope in dem Buch „Hunting with bow and arrow“ (übersetzt: „Jagen mit Pfeil und Bogen“) zusammen. Dieses Buch wurde ebenfalls zu einem der Klassiker des jagdlichen Bogenschießens. Es ist ein Buch das auch für die Bogenschützen interessant ist welche nicht primär an der Jagd interessiert ist. Es enthält viele bemerkenswerte Kommentare welche einen tieferen Sinn besitzen und die Liebe zur Natur widerspiegeln (sozusagen Ishis Erbe).


Howard Hill

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Der nächste unvergessene Name ist der von Howard Hill. Er wurde im Jahre 1925 vom Buch von Maurice Thompson inspiriert und widmete sein Leben mehr und mehr dem Bogenschießen. Schließlich lebte er von einer kleinen Bogenmanufaktur und trat als Kunstschütze auf. Die Öffentlichkeit wurde auf Ihn aufmerksam als er 1938 beim Film „Robin Hood“ als Double für Errol Flynn auftauchte (siehe Bild). Er war aber nicht nur als Double im Einsatz, sondern zeichnete sich im Besonderen durch die Szenen im Film aus in denen er mit Pfeil und Bogen agierte. Er war so versiert, dass man im Film auf Trickszenen verzichten konnte. Selbst der berühmte Schuss in der Robin Hood einen Pfeil mit einem anderen spaltet wurde von Howard Hill ohne Trickaufnahmen durchgeführt (eben der berühmte „Robin-Hood-Schuss“).


Hunting the hard way
Wild adventure

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Nach dem Ende des 2. Weltkrieges (1946) gehörte Howard Hill auch zu den Ersten die, den damals neuen, Werkstoff „Fiberglas“ für den Bogenbau nutzte. Durch den Einsatz der so genannten „glasbelegten Bogen“ konnten viele Einschränkungen (z.B. Bruchgefahr bei starken Temperaturwechseln) eines reinen Holzbogens eliminiert werden. Aber Howard Hill war nicht nur Filmdouble, Kunstschütze und Bogenbauer, er war außerdem ein berühmter Bogenjäger. Er war der erste, der mittels Bogen, die Großwildjagd auf die „Big Five“ (Elefant, Löwe, Nashorn, Leopard, Büffel) ausübte. In diesem Zusammenhang muss unbedingt erwähnt werden, dass (im Gegensatz zu den Großwildjägern mit Gewehr) der Bogenschütze auf Entfernungen an das Wild heran muss, welche erstens in jedem Fall auch für ihn lebensgefährlich sind (bei 15 - 25 Meter Entfernung zu den o.g. Tieren muss man/frau wirklich extrem nervenstark sein) und zweitens es sehr, sehr schwer vom Wild unentdeckt zu bleiben (Witterung, Geräusche, Sicht). Wie dem auch sei, Howard Hill schaffte es! Er war z.B. der Erste der einen Elefanten nur mit Pfeil und Bogen erlegte. Seine Jagdabenteuer und Erlebnisse legte er als Autor der Bücher „Hunting the hard way“ (sinngemäß übersetzt „Jagen auf die schwere Art“) und „Wild adventure“ („Abenteuer der Wildnis“) nieder. Howard Hill war schon zu seinen Lebzeiten eine Legende und es würde diesen Rahmen sprengen näher auf alle die Höhepunkte seines Lebens einzugehen (es sind unglaublich viele). Er starb 1975 im Alter von 76 Jahren.
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